​Was heute noch als Standard gilt, könnte schon bald Geschichte sein. Die klassischen 6-Zoll-Solarzellen, die lange Zeit als die goldene Mitte galten, werden zunehmend von größeren Zellformaten verdrängt. Doch was steckt hinter diesem Wandel? Wir möchten über die Entwicklung der Zellgrößen aufklären. Auch klären wir, warum der Trend zu XXL-Wafern immer stärker wird. Dabei zeigen wir nicht nur die Vor- und Nachteile der verschiedenen Zellformate auf. Wir zeigen Ihnen auch, wie sich die Leistung und der Wirkungsgrad von Solarmodulen in der Praxis unterscheiden.

Die Wahl der richtigen Modulgröße muss nicht kompliziert sein. Mit wenigen Berechnungen zur Flächennutzung weiß man schnell, welches Modul passt. So bleibt der Überblick erhalten – ganz einfach.

Die richtigen Maße für Ihre Photovoltaikanlage: So planen Sie effizient

Bei der Planung von Photovoltaikanlagen für Dächer sind die Modulgrößen entscheidend. Zunächst genügen grobe Werte, um einen Überblick zu bekommen. Für die präzisen Maße schaut man in die Datenblätter der Hersteller. Dort sind alle Abmessungen genau in Millimetern aufgeführt. Diese Details helfen, die Fläche optimal auszunutzen. Wer mit den genauen Maßen arbeitet, kann die Module passgenau einplanen und spart so wertvollen Raum.

6-Zoll-Zellen: Der Standard, der sich wandelt

Früher war die Planung von Solaranlagen auf Dächern recht simpel. Die monokristallinen Solarzellen hatten alle die gleiche Größe: 6 Zoll, also etwa 156 mm oder 156,75 mm (auch als 6-Zellen bekannt). Daneben gab es noch eine kleinere Sondergröße von 5 Zoll, die jedoch nur eine geringe Rolle spielte. Die gängigen Modulgrößen ergaben sich direkt aus der Anzahl und Anordnung der Wafer. Diese Standardisierung machte die Auswahl einfach. Doch heute verändert sich das – größere Zellformate übernehmen zunehmend die Bühne. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen bei der Planung. Die Anpassung an die neuen Größen ist der nächste Schritt. Die Modulgrößen hingen stets von der Anzahl und der Anordnung der Wafer ab:

Anzahl Anordnung Größe des Moduls in mm Größe des Moduls in m²
72 Zellen 12 x 6 2000 x 1000 mm 2 m²
60 Zellen 10 x 6 1640 x 1000 mm 1, 64 m²
54 Zellen 9 x 6 1480 x 1000 mm 1,48 m²
48 Zellen 8 x 6 1320 x 1000 mm 1,32 m²
36 Zellen 9 x 4 1480 x 690 mm 1 m²

 

Mit diesen Berechnungen lässt sich schnell ermitteln, wie viele PV-Module auf das Dach passen. Doch ein weiterer Vorteil: Die Abstände der Befestigungslöcher sind standardisiert. Das vereinfacht die Planung und Installation erheblich.

Gegen Ende der 2010er-Jahre erkannte man das Potenzial größerer Zellen. Die Produktion wurde angepasst, und seitdem verschwinden die 6-Zoll-Zellen zunehmend vom Markt. Größere Zellen bieten nicht nur mehr Leistung, sondern auch neue Möglichkeiten für die Gestaltung von Solaranlagen. Der Trend ist klar: Größer ist jetzt besser.

Photovoltaikmodule: Größe und Leistung​

Der Aufstieg der XXL-Solarzellen: Größere Wafer für mehr Leistung

Der Trend geht immer mehr zu größeren Siliziumwafern. Die klassischen 6-Zoll-Zellen (M0 und M2) sind längst nicht mehr die einzigen Optionen. Heute sind auch M3-Zellen (158,75 mm) und M6-Zellen (166 mm) weit verbreitet. Doch es geht noch weiter: M10-Zellen (182 mm) sind mittlerweile Standard, und die Entwicklung zielt auf M12-Zellen (210 mm) ab. Diese riesigen Zellen ermöglichen höhere Effizienz und mehr Leistung pro Modul. Besonders größere Anlagen profitieren davon. Die größeren Formate bieten nicht nur eine bessere Nutzung der Fläche, sondern auch geringere Produktionskosten pro Watt. Damit wird die Solarindustrie immer leistungsfähiger als auch wettbewerbsfähiger.

Warum dieser Trend?

Um den Wirkungsgrad von Solarmodulen zu steigern, gibt es zwei Wege: Entweder man entwickelt neue, optimierte Zelltechnologien, die die PERC-Zellen ablösen – oder man vergrößert einfach die Wafergröße der Passivated Emitter Rear Cell. Der zweite Ansatz ist deutlich einfacher und vor allem günstiger. Daher wird die Produktion von XXL-Wafern besonders in China massiv vorangetrieben. Größere Wafer bedeuten mehr Leistung zu niedrigeren Kosten. Das ist der entscheidende Vorteil.

Leistung und Effizienz: Wie Zelltechnologie und Wafergröße zusammenspielen

Wenn man nur die Kosten betrachtet, hat die Produktion größerer Siliziumwafer eindeutig ihre Vorteile. Doch bei der Leistungsbewertung der PV-Module zeigt sich ein differenziertes Bild. Die größere Waferfläche kann zwar mehr Leistung pro Zelle liefern, aber auch der Zelltyp spielt eine entscheidende Rolle. Verschiedene Zelltechnologien wie PERC, TOPCon oder HJT bieten unterschiedliche Wirkungsgrade. Ein größerer Wafer allein garantiert nicht automatisch mehr Energieausbeute. Es kommt auf die Kombination aus Technologie und Wafergröße an, die letztlich über die Effizienz entscheidet.

In der folgenden Übersicht sind verschiedene Zelltypen mit ihren Abmessungen, Zellleistungen und Modulleistungen aufgelistet. Diese Tabelle hilft, die Unterschiede zwischen den gängigen Zellformaten besser zu verstehen und die für die jeweilige Anwendung passende Auswahl zu treffen:

M2:

  • Abmessung: 156,75 × 156,75 mm
  • Zellleistung bei 20% Wirkungsgrad: 4,91 W
  • Modulleistung bei 60 Zellen: 295 W
  • Modulgröße bei 60 Zellen: 1,64 m²
  • Modulleistung pro m²: 180 W/m²

M3:

  • Abmessung: 158,75 × 158,75 mm
  • Zellleistung bei 20% Wirkungsgrad: 5,04 W
  • Modulleistung bei 60 Zellen: 302 W
  • Modulgröße bei 60 Zellen: 1,66 m²
  • Modulleistung pro m²: 182 W/m²

M6:

  • Abmessung: 166 × 166 mm
  • Zellleistung bei 20% Wirkungsgrad: 5,51 W
  • Modulleistung bei 60 Zellen: 331 W
  • Modulgröße bei 60 Zellen: 1,83 m²
  • Modulleistung pro m²: 181 W/m²

M10:

  • Abmessung: 182 × 182 mm
  • Zellleistung bei 20% Wirkungsgrad: 6,62 W
  • Modulleistung bei 60 Zellen: 397 W
  • Modulgröße bei 60 Zellen: 2,19 m²
  • Modulleistung pro m²: 181 W/m²

M12:

  • Abmessung: 210 × 210 mm
  • Zellleistung bei 20% Wirkungsgrad: 8,88 W
  • Modulleistung bei 60 Zellen: 529 W
  • Modulgröße bei 60 Zellen: 2,82 m²
  • Modulleistung pro m²: 188 W/m²

Die Übersicht zeigt die Leistung der gängigsten monokristallinen 60-Zellen-Module. Bei kleineren Modulen mit 36, 48 oder 54 Zellen ist die Leistung pro Quadratmeter etwas geringer.

Ein Blick auf die verschiedenen Wafergrößen zeigt: Die Modulleistung pro m² bleibt nahezu konstant. Doch das ist nur eine Momentaufnahme – die Entwicklung schreitet weiter. Früher lag die Modulleistung von 6×10-Modulen (M0) bei rund 250 Wattpeak, was etwa 147 Wp pro m² entsprach. Heute erreichen M6-Module schon 350 bis 400 Wp, also rund 191 bis 218 Wp pro m². Diese Entwicklung ist beeindruckend, und es ist zu erwarten, dass die Effizienz weiter steigt. Es bleibt spannend, ob die größeren Zellen noch mehr Leistung bringen werden. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie sich die Technologie weiterentwickelt und welche Zellgrößen langfristig dominieren.