Eine PV-Anlage bietet viele Vorteile. Doch was, wenn die Familie sich vergrößert, eine Wärmepumpe installiert wird oder gar ein Elektrofahrzeug angeschafft werden möchte? Wenn die bestehende Anlage nicht genug Leistung bietet, sollte sie erweitert werden.
Eine bestehende PV-Anlage kann bei Bedarf erweitert werden. Im folgenden Beitrag werden die Voraussetzungen und Vorgaben für die Erweiterung einer PV-Anlage in einem Überblick zusammengefasst.
Kann man jede PV-Anlage erweitern?
Im Grunde genommen kann jede PV-Anlage, wenn es erforderlich ist, erweitert werden. Ob die Möglichkeit dazu gegeben ist, hängt von einigen wichtigen Faktoren ab.
Folgende Faktoren beeinflussen die Erweiterung der PV-Anlage:
- die Tragfähigkeit des Daches
- das Dach muss eine zusätzliche Belastung tragen können, wodurch eine Dachstatik erforderlich wird.
- die verfügbare Fläche
- für eine Erweiterung muss ausreichend Platz zur Verfügung stehen. Ist auf dem Gebäudedach kein Platz mehr vorhanden, kann auch ein Carport, eine Garage oder ein Gartenhaus genutzt werden.
- die vorhandenen bereits verfügbaren Komponenten
- die bereits vorhandenen Komponenten müssen für eine Erweiterung geeignet sein. Zu diesen Komponenten zählen der Wechselrichter, die Verkabelung und weitere Komponenten des Systems.
- die rechtlichen Aspekte
- die Erweiterung der PV-Anlage muss gemeldet werden. Wird die Erweiterung nicht gemeldet, so ist mit finanziellen Konsequenzen zu rechnen.
- die Wirtschaftlichkeit
- die Nutzen und die Kosten der Erweiterung sollten genau abgewägt werden. Hier müssen auch die Kosten der Investition, eventuelle Einsparungen und ein erhöhter Eigenverbrauch berücksichtigt werden. Nicht zu vergessen die Änderungen bei einer eventuellen Einspeisungsvergütung.
⚠️Damit eine Erweiterung durch das EEG berücksichtigt wird, müssen Gründer Erweiterung zwei wichtige Anforderungen erfüllt werden. Zum ersten müssen die neuen PV-Module auf demselben Grundstück oder Gebäude installiert sein. Zum zweiten müssen innerhalb von 12 Monaten, nachdem die ursprüngliche PV-Anlage installiert wurde, die Erweiterungen in Betrieb gehen. Andernfalls gilt eine Erweiterung als neue PV-Anlage.
Welche Möglichkeiten bestehen, um eine PV-Anlage zu erweitern?
Die Möglichkeiten der Erweiterung sind vielfältig, wie auch für Anforderungen der PV-Anlagen-Besitzer.
Um eine bestehende PV-Anlage zu erweitern, können mehrere Möglichkeiten gewählt werden:
- auf dem Dach weitere PV-Module installieren
- die einfachste und auch naheliegendste Erweiterung ist die Installation der weiteren Module auf dem Dach. Um dies durchzuführen, muss jedoch ausreichend Platz zur Verfügung stehen. Wichtig ist hier zu beachten, dass das Dach eine zusätzliche Last tragen können muss.
- Die PV-Anlagen-Erweiterung auf einem Carport oder der Garage installieren
- besteht auf dem Dach keine Möglichkeit, die Erweiterung der PV-Anlage installieren zu können, kann ein vorhandenes Garagen- oder Carport-Dach genutzt werden. Die Garage oder der Carport müssen sich jedoch auf dem gleichen Grundstück befinden.
- Gartenanlagen oder Freiflächen nutzen
- ist auf dem Dach keine Möglichkeit gegeben und es bestehen keine weiteren nutzbaren Dächer, so besteht die Möglichkeit für PV-Module auf einer freien Fläche im Garten aufzustellen. Diese Möglichkeit ist dann ideal, wenn ungenutzte, freie und sonnige Freiflächen vorhanden sind.
- die Hausfassade nutzen, um PV-Module zu installieren
- besteht keine Möglichkeit, die vorher genannten Flächen zu nutzen, können PV-Module auch an der Hausfassade installiert werden. Zwar bieten die Fassaden-PV-Module keinen so hohen Ertrag, stellen jedoch eine ideale Lösung für eine Erweiterung dar.
- das Einsetzen einer Mini-Solaranlage
- wird nur eine geringer Mehrbedarf an Solarstrom benötigt, kann eine Mini-Solaranlage, auch Balkonkraftwerk genannt, genutzt werden. Ein Balkonkraftwerk wird direkt angeschlossen und kann einfach selbst installiert werden. Für kleine Erweiterungen und Mietwohnungen stellt diese eine perfekte Lösung dar.
- mit einem Stromspeicher die PV-Anlagen-Erweiterung durchführen
- bietet für PV-Anlage ausreichend Leistung und man möchte den Eigenbedarf erhöhen, so gilt auch für die Integration eines Stromspeichers als Erweiterung der PV-Anlage. Dadurch kann der Solarstrom nach Bedarf genutzt werden und der Eigenbedarf wird erhöht.
- das Nutzen von Energiemanagementsystemen
- ein Energiemanagementsystem steuert intelligent den Verbrauch des Solarstroms im Haushalt. Der Eigenbedarf wird dadurch erhöht, dass Geräte mit einem erhöhten Energiebedarf dann betrieben werden, wenn die Anlage die höchste Leistung bietet.
Muss die PV-Anlagen-Erweiterung gemeldet werden?
Werden Änderungen an der PV-Anlage durchgeführt, hierzu zählen auch Erweiterungen, muss eine Meldung bei der Bundesnetzagentur erfolgen. Bei dieser Meldung werden nur die neuen Daten zu den bestehenden Daten im Marktstammdatenregister ergänzt. Zudem sind der Netzbetreiber und das Finanzamt zu verständigen.
Bei Nichteinhaltung der Meldepflicht innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme der Erweiterung besteht das Risiko der Streichung oder Kürzung der Einspeisungsvergütung. Wird eine PV-Anlage nicht gemeldet, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld von bis zu rund 50.000,- € nach Paragraph 95 EnWG bestraft wird.
Worauf muss bei der Erweiterung der PV-Anlage besonders geachtet werden?
Wie bereits erwähnt, ist bei der Erweiterung der PV-Anlage die Dachstatik zwingend zu überprüfen, wenn weitere PV-Module auf dem Dach installiert werden möchten. Zudem spielen auch die Neigung und Ausrichtung der neuen PV-Module eine wichtige Rolle. Zusätzlich gilt es darauf zu achten, dass keine Verschattungen bei den neuen Modulen auftreten.
Sind die bei der vorhandenen PV-Anlage verwendeten PV-Module nicht mehr erhältlich, können Module eines anderen Herstellers verwendet werden. Dies ist auch dann möglich, wenn die neuen Module eine unterschiedliche Leistung erbringen. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die bestehenden Module mit den neuen Modulen elektrisch kompatibel sind. Die Eigenschaften im Bereich Stromstärke und Spannung sollten unbedingt ähnlich sein.
Des Weiteren ist es wichtig, den Wechselrichter auf seine Kapazität zu überprüfen. Schließlich muss der Wechselrichter die zusätzlich erbrachte Leistung verarbeiten. Ist die Kapazität zu niedrig, muss darüber nachgedacht werden, einen weiteren Wechselrichter zu installieren. Oder aber den bestehenden Wechselrichter gegen ein stärkeres Gerät zu tauschen.
Der Wechselrichter ist entscheidend, um den Solarstrom effizient nutzen zu können. Weist er eine zu geringe Leistung auf, kann das zu einem Energieverlust führen. Wird die Kapazität hingegen bei einem neuen Wechselrichter zu hoch gewählt, ist dieser nicht nur teuer, sondern auch ineffizient. Die neuen PV-Module sollten mit dem vorhandenen Wechselrichter, falls dieser die geeignete Kapazität aufweist, im Bereich Stromstärke und Spannung kompatibel sein.
Wird ein Stromspeicher in eine bestehende PV-Anlage integriert, so ist es wichtig, darauf zu achten, dass alle Komponenten kompatibel sind. Das bedeutet, dass der neue Stromspeicher an den Wechselrichter und die PV-Anlage angepasst wird.
Besteht eine Förderungsmöglichkeit bei der Erweiterung der PV-Anlage?
Eine Erweiterung der PV-Anlage wird wie eine Neuanschaffung gefördert. So gilt der Nullsteuersatz auch beim Kauf der Komponenten für die Erweiterung der PV-Anlage. Zudem bleibt eine eventuelle Einspeisungsvergütung auch bei der Erweiterung der Anlage bestehen. Außerdem werden je nach Wohnort regionale oder kommunale Förderprogramme oder Zuschüsse gewährt. Besteht Bedarf an einem Kredit, so kann der KfW Kredit 270 beantragt werden.


