Eine PV-Anlage erbringt die beste Leistung, wenn die PV-Module sauber sind. Äußere Einflüsse wie Staub, Pollen, Laub, Sand oder Vogelkot können je nach Standort die Module verschmutzen und die Leistung einschränken. Die durch die Verschmutzung entstehende Einschränkung kann zu wirtschaftlichen Verlusten führen. 

Viele PV-Anlagen-Besitzer sind der Meinung, dass Regen und Schnee ausreichen, um die PV-Module von Verschmutzungen zu befreien. Hat ein Dach weniger als 15° Neigung oder der Regen bleibt aus, dann bleiben die PV-Module staubig und eine Reinigung wird notwendig. Eine PV-Anlage flächig zu reinigen ist in den meisten Fällen aufwändig und erfordert zudem noch viel Zeit, jedoch ist diese Maßnahme unbedingt notwendig! Je nach Wetter können Regen oder Schnee sogar Verunreinigungen hinterlassen, anstatt diese wegzuspülen.

Warum ist es wichtig, PV zu reinigen?

Die äußeren Einflüsse verursachen eine Verschmutzung der PV-Module, wodurch die Rüstung um bis zu 30 Prozent reduziert werden kann. 

Zu diesen äußeren Einflüssen zu zählen zum Beispiel:

  • natürliche Ablagerungen wie 
    • Staub 
    • Sand 
    • Blütenpollen 
    • Blätter und Nadeln von Bäumen 
    • Tierhaare oder Vogelfedern
    • Kot von Nagern und Vögeln
  • Schwebeteilchen wie 
    • Feinstaub 
    • Bodenerosion
    • offene Kamine 
    • Waldbrände 
    • Vulkanausbrüche 
  • chemische Partikel wie 
    • Feinstaub aus der 
      • Industrie 
      • von Laserdruckern
      • dem Schiffsverkehr 
    • Emissionen von Luft- und Straßenverkehr 
      • Treibstoff-Partikel 
      • Reifen-Abrieb 
      • Ölpartikel 
      • Ruß aus privaten und gewerblichen Schornsteinen 
  • Sekundäre Verunreinigungen 
    • Früchten, Pilze und Moos an den Rändern der Module wenn Verschmutzungen nicht entfernt werden 

Die genannten Faktoren wirken wie eine Verschattung und reduzieren die Leistung der Module. Besonders leistungsmindernd wirkt sich Vogelkot auf die PV-Modulen aus. Der festhaftende Vogelkot wird auch als Hot-Spot-Effekt genannt und führt zu einem ungleichen Lichteinfall. Daraus folgt eine mögliche Überhitzung, die sogar im schlimmsten Fall einen Brand auslösen kann.

Durch regelmäßige Reinigung und Kontrolle des Rahmens der PV-Module auf Beschädigungen wird die Leistungsfähigkeit der PV-Anlage aufrechterhalten und Risiken eines Brandes vermieden. 

Reinigung von PV-AnlagenTrotz Regen oder Schnee PV-Module reinigen, warum ist das nötig?

Viele PV-Anlagen-Besitzer sind der Meinung, dass durch Schnee und Regen die PV-Module sich selbst reinigen können. Sicherlich ist es so, dass Schnee und Regen oberflächliche Verunreinigungen wie Staub oder Laub einfach entfernen können. Festklebende Verschmutzungen bleiben jedoch trotzdem haften und vermindern die Leistungsfähigkeit der Module. Zudem spielt hier der Neigungswinkel eine große Rolle. Liegt der Neigungswinkel unter 15°, so können Schnee oder Regen Verschmutzungen nicht entfernen. 

Vergleich: Möchte man den Selbstreinigungseffekt überprüfen, muss man nur Dachflächenfenster oder ein Auto, nachdem der Schnee abgetaut ist oder nach Regen genauer betrachten. Hier wird ziemlich schnell deutlich, dass diese Art der Reinigung nicht ausreichend ist. 

Tipp: Schnee kann zwar Verschmutzungen auf den Modulen entfernen, hat jedoch einen enorm negativen Effekt. Eine geschlossene Schneedecke auf den Modulen trägt dazu bei, dass die Leistung der Anlage enorm gemindert wird. Zudem ist Schnee auch schwer und erhöht das Gewicht, das vom Dach getragen werden muss. In jedem Fall ist es empfehlenswert, Schnee von den Modulen zu entfernen! 

Wie oft und wann sollten die PV-Module gereinigt werden?

In erster Linie kommt es darauf an, wo das Gebäude mit der PV-Anlage steht, um einen Reinigungsintervall festlegen zu können. Obwohl viele Besitzer von PV-Anlagen es nicht glauben möchten, ist es doch so, dass gerade in ländlichen Gegenden die PV-Module rascher verschmutzen als in der Stadt. Grund hierfür ist die Landwirtschaft, die mehr Staub verursacht als der Verkehr in einer Stadt.

Ein zweiter Faktor, der nicht übersehen werden darf, ist das Mikroklima. Gerade in den bereits eher trockenen Regionen ist eine regelmäßige Reinigung der Module empfehlenswert. Befindet sich ein Gebäude mit einer PV-Anlage in einer stärker belasteten Region, so sollte jährlich eine Reinigung durchgeführt werden. Ist die Luftverschmutzung geringer, so können die Reinigungsintervalle zwischen 3 und 5 Jahren festgelegt werden. 

Kosten einer professionellen Reinigung der PV-Anlage

Die Preise der Dienstleister unterscheiden sich nicht nur regional, sondern auch zwischen den Anbietern selbst. Es ist daher empfehlenswert, vor der Beauftragung einer Fachfirma für PV-Anlagen-Reinigung  mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen. 

Grundsätzlich ist damit zu rechnen, dass der Quadratmeterpreis für die Reinigung der Module zwischen circa 2,- bis 3,- € netto beträgt. Für kleinere PV-Anlagen, zum Beispiel bis zu circa 5 kWp, werden von vielen Anbietern Festpreise festgesetzt. So zum Beispiel können bei 5 kWp Kosten von circa 95,- € und bei Anlagen zwischen 5 kWp und 10 kWp circa 160,- € kalkuliert werden. 

Der Ablauf einer professionellen Reinigung

Bevor ein Dienstleister ein Angebot unterbreiten kann, muss die PV-Anlage besichtigt werden. Hier werden die Lage, die Gegebenheiten und der Grad der Verschmutzung eruiert. Einige Dienstleister führen dies mittels Fragebogen oder telefonisch durch. Andere Dienstleister wiederum machen sich persönlich ein Bild und erstellen danach ein Angebot. Dieses Angebot ist in der Regel ein Pauschalangebot mit einem Festpreis. In vielen Fällen enthält dieses Angebot auch die Methode der Reinigung. 

Wird ein Angebot angenommen, so erfolgt dadurch die Beauftragung und ein Termin wird festgelegt. Die Ausführung des Auftrages wird an die örtlichen Gegebenheiten angepasst und falls notwendig eine Arbeitsbühne für den Einsatz vor Ort gebracht. Die Reinigung der PV-Module erfolgt mittels rotierender Waschbürsten. Diese bestehen in der Regel aus einer Bürste mit circa 40 cm Breite, die eine rotierende Rolle integriert haben. Diese Waschbürste wird an einer Teleskopstange befestigt, die Wasser führen kann. In den meisten Fällen besitzt diese Teleskopstange auch ein drehbares Gelenk, wodurch die Reinigung auch vom Boden ausgeführt werden kann.

Die Selbstreinigung der PV-Anlagen

Es spricht nichts dagegen, die PV-Module selbst zu reinigen. Der Handel bietet bereits entsprechende Reinigungsmittel und auch Reinigungsgeräte. Wird ein Gerüst oder eine Hebebühne benötigt, kann diese in einem Baumarkt ausgeliehen oder über das Internet bestellt werden. Welches Equipment zur Reinigung benötigt wird, ist abhängig von der Art der Verschmutzung der PV-Module. 

Tipps zur Reinigung

✔️Nadeln von Bäumen oder Blätter können einfach mit den Händen beseitigt werden. Es ist empfehlenswert, hierfür Arbeits- oder Gummihandschuhe zu tragen!

✔️ Lockerer Staub, Schwebeteilchen oder Sand können mit einem feuchten Tuch oder Schwamm beseitigt werden. 

✔️ Befindet sich Ruß auf den Modulen, so ist die Zuhilfenahme von Reinigungsmitteln empfehlenswert. Diese Reinigung sollte mit einem Schwamm erledigt werden.

✔️ Schnee kann man mit einem weichen Besen entfernen 

✔️ Abgetrockneter Vogelkot sowie Pflanzen oder Pilze, die in den Ritzen festsitzen, sind etwas schwieriger zu entfernen. In diesen Fällen sollte in erster Linie viel Wasser zum Einsatz kommen, um den Untergrund aufzuweichen. Zudem sind milde Reiniger gute Helfer, um die Verschmutzung zu entfernen. In keinem Fall jedoch sollte ein Hochdruckreiniger oder harte Bürsten verwendet werden! Dadurch können die PV-Module beschädigt werden und müssen im schlimmsten Fall ersetzt werden!