Wer eine PV-Anlage betreibt, hat verschiedene Möglichkeiten, den selber erzeugten Solarstrom zu nutzen. Es besteht die Möglichkeit, die Energie komplett einzuspeisen (dies nennt sich Volleinspeisung). Der Anlagenbesitzer erhält dann eine Einspeisevergütung für den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom. Es besteht außerdem die Möglichkeit, die erzeugte Solarenergie komplett selbst zu nutzen (sogenannter Inselbetrieb oder Nulleinspeisung). Auch eine Kombination aus beiden Varianten ist möglich. Was für das Betreiben einer PV-Anlage für den reinen Eigenbedarf notwendig ist, erfahren Sie hier.

Solaranlagen, welche ausschließlich für den Eigengebrauch errichtet werden und keinen Anschluss an das öffentliche Stromnetz aufweisen, nennt man auch Inselanlagen und spricht dann von einem Inselbetrieb.

Photovoltaik und Solaranlagen früher und heute

Bei Photovoltaikanlagen oder Solaranlagen wird Sonnenlicht in Solarzellen eingefangen und in Energie umgewandelt. Ein Wechselrichter sorgt dann dafür, dass aus dem erzeugten Gleichstrom Wechselstrom gemacht wird. Sie wird angewendet auf Dachflächen und Freiflächenanlagen. Photovoltaikanlagen, die auf günstigen institutionellen Bedingungen und guten Standorten erbaut werden, sind die günstigste Form der Stromerzeugung. Licht wird direkt in Strom umgewandelt.

Ende der Achtzigerjahre wurde die Photovoltaik durch mehrere Länder erforscht, unter anderen durch die USA, Japan und Deutschland.

Um die Technik durch Skaleneffekte zu verbilligen, kamen später viele Staaten durch finanzielle Förderung hinzu. Mono- und polykristalline Solarzellen werden eingesetzt. Diese Zellen, die aus Halbleitermaterialien bestehen, werden mithilfe von Sonnenlicht Elektronen bewegt und Strom wird erzeugt. Der Gleichstrom wird in Wechselstrom umgewandelt, durch einen Wechselrichter.

Ein zunehmend wichtiger Bestandteil moderner Photovoltaikanlagen sind Batteriespeicher mit Notstromfunktion. Diese ermöglichen es, den überschüssigen erzeugten Strom zu speichern und bei Bedarf – auch bei Stromausfällen – zuverlässig abzurufen. Besonders für Immobilienbesitzer, die ihren Eigenbedarf mit grünem Strom decken möchten, bieten Batteriespeicher eine attraktive Lösung.

Heutzutage ist saubere Sonnenenergie gerne gesehen und es gibt zahlreiche Förderprogramme in Deutschland, welche die Anschaffung für Immobilienbesitzer attraktiver gestalten sollen. Insbesondere der Eigenbedarf soll durch den grünen Strom gedeckt werden.

Photovoltaik für Eigenbedarf

Welche Hilfestellungen und Vorteile für Strom aus Photovoltaikanlagen gibt es?

Eines der wichtigsten Förderungen ist das EEG (Erneuerbaren-Energien-Gesetz). Es bestehen hierbei Unterschiede zwischen kleinen Photovoltaik Anlagen auf Einfamilienhäusern und größeren Photovoltaik Anlagen bis 1 Megawatt. Danach werden die jeweiligen gesetzlichen Fördersätze festgelegt. Die Fördersumme ist also von der jeweiligen Anlagenart und deren Größe abhängig.

Die Solar-Förderungen sind vielfältig:

  • Förderungen der verschiedenen Bundesländer
  • Solarkredite
  • Förderungen der BAFA und Förderprogramme der KfW
  • Förderungen für die Anschaffung von Stromspeichern
  • steuerliche Vergünstigungen

Die Installation Ihrer Photovoltaik Anlage richtig planen

Zunächst einmal sollten Sie sich Ihr Dach ansehen. Nicht jedes Dach ist für einen optimalen Betrieb geeignet.

Checkliste für Ihre PV-Anlage:

  • Ist die Sonneneinstrahlung hoch genug?

Hohe Bäume oder andere hohe Gebäude sollte es nicht geben, da diese eine Verschattung verursachen können. Ein Solarpanel im Schatten bringt keinen Ertrag, achten Sie auch auf verschiedene Tageszeiten.

  • Dachausrichtung

Das perfekte Dach sollte einen Neigungswinkel zwischen 30 und 45 Grad haben und nach Süden ausgerichtet sein, für einen maximalen Stromvertrag. Flach geneigte Ost-West Dächer sind gute Voraussetzungen, dass so viel Photovoltaik Strom wie möglich über den Tag hinweg genutzt werden kann.

  • Budget und Strombedarf

Nach den finanziellen Mitteln des Bauherrn, der Strommenge, die erzeugt werden soll und der verfügbaren Fläche richtet sich die Größe der Photovoltaikanlage.

  • Volleinspeisung, Teileinspeisung oder Inselbetrieb/Nulleinspeisung?

Bei der Volleinspeisung wird die Anlage komplett dazu genutzt, eine Einspeisevergütung zu erhalten und es wird kein Eigenverbrauch verzeichnet. Bei der Teileinspeisung werden Teile der Energie eingespeist und andere Teile selber genutzt. Der Inselbetrieb beschreibt die Solaranlage ohne einen Anschluss an das Stromnetz. Hier wird der gesamte Solarstrom selbst genutzt.

Einen Batteriespeicher für die Solaranlage anzuschaffen ist in jedem Falle zu empfehlen. Er speichert den Strom und macht ihn jederzeit nutzbar. Immobilienbesitzer gewinnen Unabhängigkeit durch eigenen Strom. Ein sinnvoll zusammengestelltes Gesamtsystem ist bei Eigenverbrauch oder bei Teileinspeisung gleichermaßen interessant. Die Zusammenstellung aus Solaranlage, Wechselrichter und Batteriespeicher ergibt ein stimmiges Gesamtkonzept.

Genehmigungen

Zunächst ist keine Genehmigung notwendig, wenn Sie eine neue Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach errichten möchten. Sie ist den jeweiligen Bauordnungen des Bundeslandes unterlegen und wird als “bauliche Anlage” geführt. Es kann Ausnahmen und Beschränkungen geben, wie zum Beispiel bei denkmalgeschützten Häusern. Daher ist es ratsam, die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes heranzuziehen oder sich beraten zu lassen. Baurecht und Normen müssen eingehalten werden.

Um eine PV-Anlage auch legal zu unterhalten, muss jedoch bald eine Anmeldung erfolgen, wenn der Anschluss an das Stromnetz erfolgt.

Der Besitzer muss der Bundesnetzagentur den Standort und die Leistung der neu aufgebauten Photovoltaikanlage mitteilen. Da Freilandanlagen das Landschaftsbild verändern, besteht an dieser Stelle unbedingt eine Genehmigungspflicht.

Bei einer Einspeisung müssen auch das Finanzamt und der Stromanbieter informiert werden. Dies hängt davon ab, ob Sie eine Inselanlage betreiben oder einfach keine Einspeisung vornehmen.

Wie viel Strom Sie erzeugt haben, zeigt Ihnen ein Stromzähler. Die Anlage beziehungsweise die selbst produzierte Kilowattstunde Strom wird günstiger, je mehr Dachfläche zur Verfügung steht. Wenn Sie den größten Teil Strom selbst verbrauchen, zum Beispiel für Wärmepumpen oder eine Ladestation für Elektroautos und nicht ins Netz einspeisen, lohnt sich eine Photovoltaikanlage ebenfalls sehr.

Erzeugter Solarstrom kann auch nachts genutzt werden, durch einen optionalen Stromspeicher. Ein Teil Ihres selbst gemachten Stroms, je nach Selbstverbrauch fließt in das öffentliche Netz. Dafür gibt es eine Einspeisevergütung. Von der Größe und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage hängt es ab, wie hoch die Einspeisevergütung sein wird.

Muss eine Inselanlage für den Eigenbedarf angemeldet werden?

Wird eine Photovoltaikanlage ausschließlich als Inselanlage betrieben und nicht an das öffentliche Netz angeschlossen, muss sie auch nicht angemeldet werden. Weder bei der Bundesnetzagentur noch beim Finanzamt oder dem Stromanbieter muss sie angemeldet werden.

Ebenso kann mit Genehmigungen verfahren werden. Die Solaranlage im Inselbetrieb auf dem Hausdach (oder in besonderen Fällen an Hauswänden) muss nicht genehmigt werden. Wie bereits erwähnt, ist mit Freilandanlagen anders zu verfahren und diese benötigen eine Genehmigung.

Die Inselanlage ist in Ihrer Größe theoretisch nicht beschränkt. Örtliche Regelungen müssen jedoch eingehalten werden. In manchen Bundesländern darf nicht die gesamte Dachfläche ausgeschöpft werden, sondern es ist ein Mindestabstand einzuhalten. Zudem sollte natürlich berechnet werden, wie viel Energie benötigt wird. Es ist wichtig, den Verbrauch zu kennen, denn wird kein zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen, muss die eigene Anlage entsprechende Leistungen erbringen.