Solaranlagen auf dem Dach versprechen günstigen Strom und eine Einspeisevergütung für die Einspeisung von nicht benötigtem Solarstrom. Selbst Strom mit einer Solaranlage zu erzeugen ist eine äußerst lukrative Angelegenheit, die viele Vorteile bietet.

Wenn jedoch die Einspeisevergütung wegfällt, fällt auch ein lukrativer Faktor weg. Was tun mit dem zu viel erzeugten Solarstrom, der jetzt keine Einnahmen mehr bietet? Mit einem Batteriespeicher, der entsprechende Leistung bringt, kann der Strom gespeichert und jederzeit verbraucht werden. Den Strom nutzbar zu machen, indem man damit heizt, setzt sich immer weiter durch. 

Der Wegfall der Einspeisevergütung und Heizen mit Strom

Bei einem Großteil der bestehenden Solaranlagen wird es dazu kommen, dass die Vergütung des eingespeisten Stromüberschusses aus dem EEG entfällt. Selbst Strom mit der Solaranlage zu erzeugen, bleibt jedoch trotzdem äußerst attraktiv. Es muss nur überlegt werden, was mit dem überschüssigen Strom gemacht werden kann, da eine Netzeinspeisung oft absolut nicht mehr attraktiv ist.

Experten und Energieberater zeigen auf, dass die Produktionskosten für Solarstrom zwischen rund 5 bis zu 10 ct/kWh liegen. Betrachtet man hingegen die steigenden Preise von Gas oder Öl, ist es naheliegend, den selbst erzeugten Strom der Solaranlage für das Heizen zu nutzen.

Solaranlagen und der Stromüberschuss

Die meisten Solaranlagen auf Hausdächern produzieren mehr Strom, als benötigt wird. Selbst wenn der Eigenverbrauch angepasst wird, kommt es dazu, dass ein gewisser Überschuss an Strom bestehen bleibt. Solange eine Einspeisevergütung erhalten wird, ist das Einspeisen des Stroms äußerst lukrativ. Fällt diese Vergütung nach einigen Jahren weg, kann der überschüssige Strom zum Heizen genutzt werden.

Ein durchschnittlicher Haushalt benötigt im Durchschnitt rund 30 Prozent des erzeugten Stroms und durch einen Stromspeicher kann der Eigenbedarf auf rund 50 Prozent erhöht werden. Die restlichen rund 50 Prozent können dadurch für eine Heizung genutzt und somit Kosten reduziert werden.

Solarbetriebene HeizungssystemeSolarmodule und ihre begrenzte Leistung

Den selbst erzeugten Strom für das Heizen im Winter zu nutzen ist im Grunde eine äußerst gute Idee. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Solarmodule im Gegensatz zum Sommer weniger Leistung erbringen. Liefert eine Solaranlage im Sommer rund 10 Stunden Strom, so sind es an Wintertagen oft nur rund 8 Stunden, an denen Strom erzeugt wird.

Kommt es zu einer starken Bewölkung, so kann es durchaus dazu führen, dass eine Solaranlage nur noch 25 Prozent ihrer normalen Leistung erbringt. Ein Beispiel hierfür ist eine gängige 10 kWp Anlage, die an einem bewölkten Tag nur mehr rund 2,5 kW Strom liefert. Betrachtet man den Wärmebedarf eines Pufferspeichers, so liegt dieser in vielen Fällen höher als die Leistung, die im Winter von der Solaranlage erbracht wird. In diesem Fall kommt es dazu, dass Strom aus dem Stromnetz gezogen werden muss und Kosten entstehen.

Heizen mit Solarstrom – welche Möglichkeiten bestehen?

Mittlerweile gibt es mehrere Möglichkeiten, um den selbst produzierten Solarstrom zum Heizen nutzen zu können. Dadurch können nicht nur Kosten reduziert, sondern auch die Umwelt geschützt werden.

Die gängigsten Varianten, um im Winter heizen und sparen zu können, werden hier in einem kurzen Überblick aufgezeigt.

Die Wärmepumpe zum Heizen

Eine besonders angenehme Variante, um den selbst erzeugten Strom zum Heizen verwenden zu können, ist der Einsatz einer Wärmepumpe. Wird eine Wärmepumpe mit der Solaranlage kombiniert, ist dies eine äußerst effiziente Lösung. Durchschnittlich ist es für eine Wärmepumpe möglich, 1 kWh Strom in bis zu 4,5 kWh Wärme umzuwandeln. Gerade in neuen Gebäuden durch die hohen Standards beim Bauen ist eine Kombination Wärmepumpe mit Solaranlage eine äußerst gute Idee. Durch die hohen Baustandards gelangt nur wenig Wärme nach außen und das Heim ist einfach zu erwärmen.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft durch den elektrischen Strom Wärme und erwärmt damit Warmwasser für den Bedarf oder zum Heizen. Wird nur ein geringer Teil des benötigten Stroms der Wärmepumpe von der Solaranlage bezogen, so ist die Wärmepumpe als wirtschaftlich zu betrachten. Die Kosten für Strom können reduziert werden.

Ein Pufferspeicher mit einem Heizstab

Wird ein Pufferspeicher mit einem Heizstab ausgerüstet, so kann dieser durch Strom warmes Wasser erzeugen. Ein Heizstab kostet nicht sehr viel und kann Wasser bis zu einer Temperatur von rund 80 Grad erwärmen. Fast jeder bestehende Pufferspeicher kann heutzutage mit einem Heizstab nachgerüstet werden und dadurch Warmwasser liefern.

 Nutzt man den Pufferspeicher als Heizungsmöglichkeit, kommt ein Heizstab in den meisten Fällen sehr rasch an seine Grenzen. Grund hierfür ist, dass der höchste Bedarf an warmem Wasser für das Heizen im Winter besteht und die Solaranlage in dieser Zeit weniger Leistung erbringt. Dadurch kann es dazu führen, dass auch hier Strom aus dem Stromnetz bezogen werden muss und höhere Kosten entstehen können.

Wird der Pufferspeicher hingegen nur in der Übergangszeit oder als zusätzliche Möglichkeit zum Heizen genutzt, eignet er sich hervorragend als Wärmequelle. Zusätzlich bietet diese Variante die Möglichkeit, das ganze Jahr über mit Warmwasser versorgt zu werden, ohne auf Strom aus dem öffentlichen Stromnetz zurückgreifen zu müssen.

Eine Elektroheizung nutzen

Die Elektroheizung bietet durch den selbst erzeugten Solarstrom eine kostenlose Heizmöglichkeit. Einziges Problem bei der Elektroheizung ist, dass die Solaranlage im Winter nicht die nötige Leistung erbringt, um die Elektroheizung voll abdecken zu können. Nutzt man eine Elektroheizung hingegen nur für kleine Räume an wenigen Wintertagen, so wird die Nutzung wieder sehr interessant.

Auch in Garagen, auf Dachböden oder in kleinen Schrebergärten-Häusern eignet sich eine Elektroheizung in Verbindung mit einer Solaranlage außerordentlich gut. Hier ist der Strombedarf nicht zu hoch und die Solaranlage kann den vollständigen Bedarf an Strom erbringen.

Grundsätzlich gilt jedoch zu beachten, dass jede kWh, die von einer Elektroheizung genutzt wird und durch eine Solaranlage erzeugt wird, das Klima schonen und die Heizkosten enorm reduziert werden.

Ergibt das Heizen mit Solarstrom Sinn: Ja oder Nein?

Nur in sehr wenigen Fällen kann mit dem erzeugten Strom einer Solaranlage der komplette Bedarf an Wärme für ein Haus gedeckt werden. Das Heizen mit Solarstrom bietet jedoch ökonomische und ökologische Vorteile.

Erneuerbare Energie aus Solarstrom verbessert die CO2-Bilanz jedes Hauses um ein Vielfaches und senkt die Stromrechnung enorm. Der selbst erzeugte Solarstrom ist übrigens derzeit fast drei Mal günstiger als der Strom aus dem öffentlichen Stromnetz mit rund 32 ct/kWh. Mit Solarstrom zu heizen ist daher jedem Besitzer einer Solaranlage zu empfehlen.